Drei Siegel, drei völlig unterschiedliche Prüfbereiche — hier erfährst du, welches wofür steht.
Was testet OEKO-TEX Standard 100 genau? OEKO-TEX Standard 100 gibt es seit 1992 und ist eines der bekanntesten Textilsiegel weltweit. Es prüft das **fertige Produkt** — inklusive Knöpfe, Nähfäden und Drucke — auf über 100 gesundheitsschädliche Substanzen wie Schwermetalle, Pestizide und Formaldehyd. Die Grenzwerte sind gestaffelt: Am strengsten sind sie für Babykleidung, die den intensivsten Hautkontakt hat.
Wichtig zu wissen: OEKO-TEX Standard 100 sagt **nichts** darüber aus, ob die Fasern biologisch angebaut wurden oder wie die Arbeitsbedingungen in der Produktion waren. Es geht ausschließlich um Schadstofffreiheit im fertigen Textil.
Was deckt GOTS ab, was OEKO-TEX nicht abdeckt? GOTS (Global Organic Textile Standard) gibt es seit 2002 und gilt als eines der umfassendsten Textilsiegel. Anders als OEKO-TEX prüft GOTS nicht nur das Endprodukt, sondern die **gesamte Produktionskette**: - Biologischer Anbau der Fasern (kein Gentechnik-Einsatz, keine Pestizide) - Verbot bestimmter schädlicher Chemikalien in der Verarbeitung - Faire Löhne und sichere Arbeitsbedingungen - Keine Kinderarbeit - Abwasserbehandlung bei nasschemischen Prozessen
Für die Kennzeichnung "aus biologischem Anbau" müssen mindestens 95 % der Fasern aus Bio-Anbau stammen, für "hergestellt mit biologischen Materialien" mindestens 70 %. Ein weiteres Detail: Auch vorgelagerte Schritte wie Druckfarben müssen GOTS-zertifiziert sein — sonst verliert das Endprodukt die Zertifizierung.