Nicht nur eine grobe Schätzung — eine Fraunhofer-Studie hat es mit echten Zahlen belegt.
Wie viel CO2 spart ein refurbished Smartphone konkret?
Am Beispiel des iPhone 11 (64 GB) zeigt die Fraunhofer-Studie sehr konkrete Zahlen: Ein neu produziertes Gerät verursacht einen Gesamt-CO2-Fußabdruck von 72 kg, ein von refurbed aufbereitetes Gerät desselben Modells nur 15,7 kg. Das entspricht einer Einsparung von 78 %. Die reine Aufbereitung selbst (Reinigung, Austausch defekter Teile, Tests) schlägt dabei nur mit rund 2,8 kg CO2 zu Buche — ein Bruchteil dessen, was die Neuproduktion verursacht.
Auch beim Wasserverbrauch zeigt sich ein ähnliches Bild: rund 12.075 Liter bei einem neuen iPhone gegenüber etwa 1.695 Liter bei der Aufbereitung — eine Einsparung von rund 86 %.
Warum entsteht der Großteil der Emissionen in der Herstellung?
Bei Elektronikgeräten fällt der weit überwiegende Teil der Umweltwirkung — grob 80 % — bereits in der Neuproduktion an: Rohstoffgewinnung, Chip-Fertigung, Zusammenbau und globaler Transport der Komponenten sind extrem energieintensiv. Nutzung und Entsorgung machen dagegen einen deutlich kleineren Anteil aus. Deshalb spart die Verlängerung der Nutzungsdauer eines bereits produzierten Geräts überproportional viel CO2 ein, verglichen mit reinem Recycling am Lebensende.
Wie stark variiert die Einsparung je nach Gerätetyp?
Die Fraunhofer-Studie untersuchte mehrere Referenzprodukte und kam auf Einsparungen zwischen 69 % (Lenovo ThinkPad T460) und 83 % (Apple MacBook Air 2017), je nachdem, wie aufwendig die jeweilige Neuproduktion im Vergleich zur Aufbereitung ist.
Wie wird diese Berechnung methodisch durchgeführt?
Die Studie basiert auf einer Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment) von Referenzprodukten. Berücksichtigt wurden unter anderem der Transportweg, die für die Aufbereitung benötigten Ersatzteile sowie die Energie, die während der weiteren Nutzung anfällt. Zusätzlich wurden refurbed-Händler zu ihrer tatsächlichen Praxis befragt — etwa, auf welche Energieversorgung sie setzen und ob Geräte wirklich repariert oder nur optisch aufbereitet werden.
Gilt das für jedes refurbished Gerät gleichermaßen?
Nicht automatisch. Die Einsparung hängt davon ab, wie gründlich ein Gerät tatsächlich aufbereitet wurde — eine rein kosmetische Aufbereitung ohne echte Reparatur oder Qualitätsprüfung fällt anders aus als ein sorgfältiger, mehrstufiger Prüfprozess. Wie unterschiedlich die Qualität zwischen Anbietern ausfallen kann, zeigt auch der Stiftung-Warentest-Shoptest, den wir in unserem [Ratgeber zur Refurbished-Laptop-Kaufberatung](/de/ratgeber/refurbished-laptop-kaufen-worauf-achten) einordnen.